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Still waitung for....?

Nach dem Drama „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett gestaltete Melanie Lindner im Rahmen ihrer Facharbeit eine Neubearbeitung; ihre Eigenproduktion „Still waiting for … ?“ wurde jetzt vom Grundkurs „Dramatisches Gestalten“ unter der Leitung von Stephanie Holly im Festsaal von Freudenhain auf die Bühne gebracht.
 Anstelle der Protagonisten Estragon und Vladimir aus Becketts Stück treten in ihrem Stück eine Politikerin und ein Priester (zunächst Stephanie Lallinger und Max Reidel, später Lisa Zellner und Viktor Gerhardinger) auf. Sie repräsentieren Menschen mit Macht, die diese aber nicht, nur zum Teil, oder in falscher Weise ausnutzen. Sie warten auf jemanden oder etwas namens „Godot“, welcher oder was allerdings nie erscheint. Die Frage darüber, wer oder was Godot eigentlich ist, wird weder in Becketts noch in Melanie Lindners Fassung des Stücks beantwortet.
  Zu Beginn der Geschichte sitzen die beiden Protagonisten nach einem geselligen Abend noch bei einem Glas Cognac zusammen. Sie unterhalten sich über Gott und die Welt, bis sie einschlafen. Sie träumen von Situationen, in denen Menschen in verschiedenen Situationen und sie selbst auf „Godot“ warten. Die Zwischenauftritte von Missbrauchsopfern und den Tätern (überzeugend gespielt von Julian Vicari, Vanessa Scheungraber, Julian Freudenstein), Atomopfern (u.a. Nina Handel), einer Prostituierten (mutig Valerie Haydn), vereinsamten alten Frauen (Janine Strasser, Magdalena Denz) und drei Frauen namens Maria Maier zeigen die allgemein bedrückende Lage. Jede der Personen klagt dem Publikum ihr Leid und stellt ihre individuelle Sinnfrage, die allerdings alle unbeantwortet bleiben. Sie alle warten auf irgendetwas, auf was genau, wissen sie oft selbst nicht genau. Aber sie warten. Die Protagonisten sind geschockt von den Zuständen, fühlen sich jedoch nicht verantwortlich. Das Auftauchen des Pozzo (Julia Lang) wirft erneut Fragen auf. Dieser rät, nicht immer nur zu warten, bestimmte Ereignisse kämen sowieso von alleine, sie seien unabwendbar. Und bei den meisten anderen sei es wichtig, selbst aktiv zu werden, sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Pozzo ist auch der einzige Charakter, der sich aktiv bewegt. Mit seinen Rollschuhen flitzt er über die Bühne und durch die Reihen der Zuschauer.
 Auf einer projizierten Uhr im Hintergrund ist es fünf vor zwölf − Zeit, sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Zusätzlich läuft vor Beginn eine Diashow der aktuellen Katastrophen und Notstände: Überflutungen, Aufstände, Terrorangriffe, Krieg, vernachlässigte alte Menschen, Seuchen, Kindersterben, Hungersnöte, Atommüll. Das Stück wird so zum Spiegel der Gesellschaft, zum Beweis dafür, dass „es nichts nützt, über Probleme unserer Welt nur zu diskutieren“.
Anja Hubertus




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Still waiting for?

Still waiting

Das derzeitige Theaterprojekt des Grundkurs Dramatisches Gestalten entstammt der kreativen Feder von Melanie Lindner. Die Schülerin der K13 hat sich im Rahmen ihrer Facharbeit mit dem bekannten Werk „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett beschäftigt. Dabei entstand ein Collagenstück, dem Teile des Beckett-Dramas als Rahmen dienen, in den einzelne Szenen anderer Autoren sowie auch Selbstgeschriebenes integriert sind. Auch in dem neuen Theaterstück ist Warten das zentrale Thema.
Waiting     Warten     Waiting for?
Ob diese Frage beantwortet wird, kann man am 28. Februar und 1. März, jeweils um 19.00 Uhr im Festsaal selbst herausfinden.











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Neues von der Theaterfront

Zum zweiten Mal hatte auch der Grundkurs „Dramatisches Gestalten“ wieder Gelegenheit, anlässlich der musischen Woche in Alteglofsheim an seinem aktuellem Projekt „Die Welt in einer Küche/Küchenwelt" zu arbeiten. Auf der Basis des Theaterstücks „Die Küche“ von Arnold Wesker, entstand ein neues Szenenspiel, in dem bei der geplanten Aufführung im Mai nicht nur mit Wasser gekocht werden wird:

 

Unser neues Projekt „Küchenwelt“

 

Man nehme:

1 Theaterstück, z. B. „Die Küche“ von Arnold Wesker

1 Theatergruppe mit ca. 15 hoch engagierten Personen 

1 Gruppenleiter, der die Suppe einbrockt

3 Tische mit Kochstellen

2 Stühle

mehrere würzige Requisiten

 

Zubereitung

Das Theaterstück wird kräftig untersucht, von nicht brauchbaren Stellen gereinigt, bis ein ganz neues eigenes Stück entsteht.

Die einzelnen Mitglieder der Theatergruppe werden nach Rollen und Szenen geteilt und unter leichten Druck gesetzt.

Danach jede Woche einmal Text und Rollen wenden, eventuell austauschen und Personal weich klopfen, bis der Gruppenleiter völlig mürbe geworden ist.

Nun das Ganze im eigenen Sud ziemlich lange köcheln lassen. Mit den Requisiten fein abschmecken.

Serviert wird das Ganze einem interessierten und freundlichen Publikum, das die Suppe dann bis auf den letzten Satz auslöffeln muss.

 

Serviertermin: 19. und 20. Mai um 19.00 Uhr im Festsaal!                       

 

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KüchenSchlacht ein „Kolportagedrama mit Hintergründen“

„Küchenschlacht“ so der Titel der aktuellen Stückes, das der Grundkurs Dramatisches Gestalten zusammen mit dem Wahlfach Schulspiel am 18. und 19. Mai im Festsaal zur Aufführung brachten.

Der Titel ist irreführend, weil hier keineswegs eine zur Zeit in allen Programmen laufende Kochsendung Pate stand, sondern das Stück „Die Küche“ des englischen Dramatikers Arnold Wesker. Wesker ist Vertreter des sogenannten „kitchen-sink“ Realismus, einer Kunstrichtung, die an den Expressionismus der 20er Jahre anknüpft und das alltägliche Leben einfacher Menschen ungefiltert auf die Bühne bringt. So könnte der Untertitel für die aktuelle Produktion auch „Kolportagedrama mit Hintergründen“ in Anlehnung an Vicky Brauns Bestseller „Menschen im Hotel“ heißen. Das ist unverkennbar der literaturgeschichtliche Hintergrund, auf dem das Stück zu verstehen ist. Wie bei Vicki Braun werden in loser Aneinanderreihung scheinbar zufällige Szenen aus dem Leben gezeigt. Hier allerdings wir nicht das Hotel als Symbol für die Heimatlosigkeit des Menschen in der Moderne gewählt, sondern die Küche eines Restaurant, in dem die leiblichen Bedürfnisse der Menschen gestillt werden; das Paradigma des beginnenden 20 Jahrhunderts war das Hotel, betrachtet man die Programmzeitschriften, dann ist das Paradigma des beginnenden 21. Jahrhunderts offensichtlich die Küche und damit liegt die Wahl des Stoffes voll im Trend.

Das Stück zeigt das Küchenpersonal und die Servicekräfte eines Restaurants, deren Leben sich hinter den Kulissen abspielt. Dieser Welt  versucht jeder zu entfliehen: die Kellnerin Bluette (Naomi Straub), die immer wieder betont, dass sie Besseres gewohnt ist, Jackie (Lea Wiesmann), die sich niemals mit jemandem  einlassen würde, der in der Küche arbeitet, die mit einem Versicherungsvertreter liiert ist und von ihm Erlösung erwartet, Paula (Melanie Lindner), die sich als Sängerin im Rampenlicht sieht, vor ihren Kollegen jedoch versagt, und der Koch Kevin (Viktor Gerhardinger), der sein eigenes Restaurant eröffnen will. Gemeinsam ist allen die Perspektivlosigkeit, die auch durch diverse Scherze nicht verdrängt werden kann. Eifersucht und Neid bestimmen den Ton und die Speisekarte kann nicht das bieten, was man sich wünscht. Alle Bedürfnisse bleiben unerfüllt! Ein Rahmen ist in der Figur der Anna (Valerie Haydn) zu erkennen. Anfangs berichtet sie mit Enthusiasmus von ihrer neuen Liebe zum Facility-Manager Franceso. Am Ende muss sie feststellen, dass Franceso sie betrügt, er sitzt mit seiner neuen Freundin im Restaurant. Anna kann diese Enttäuschung, die ihr ihre Kolleginnen schon vorausgesagt hatten, nicht mehr ertragen. Desillusioniert greift sie sich ein Messer und tötet Franceso.

Jetzt fragt man sich, wie eine Schultheatergruppe dazu kommt, sich mit Frustration und Eintönigkeit zu beschäftigen. Das Stück, bzw. die Aufführung hat jedoch noch eine zweite Seite, die, wie der Titel und auch das Programmheft zeigen, auf die aktuelle Thematisierung des Kochens in den Medien Bezug nimmt.  Locker und scheinbar ohne tieferen Sinn wird hier dem Leser serviert, was gerade da ist: eine simultane Pantomimeszenen, in denen in Zeitlupe das veranschaulicht wurde, was die Zuckerbäckerin Julia erzählt, eine Tanz- Choreografie, eine gelungene Tango-Einlage, Flambiertes, das vom Oberkoch Kevin im Publikum verteilt wird, und natürlich einen Wettbewerb, den in diesem Fall die zurückhaltende Gemüseputzerin Bertha (Lisa-Maria Zellner) gewinnt. Die Zuschauer werden verwöhnt, sie bekommen Cracker, Schokoladenkuchen, Käsekuchen und verschiedene Häppchen. Zu dieser Seite passt, dass das Stück von den Schauspielern konsequent mit einem Lächeln im Gesicht vorgetragen wird, als gebe es hier „leichte Kost“. 

Die schauspielerische Leistung war unterschiedlich, zum Teil hätte man sich eine deutlichere Artikulation gewünscht, weil gerade in den hinteren Reihen nicht immer alles zu verstehen war. Gelobt werde muss jedoch in jedem Fall das Engagement der Wahlkursteilnehmer, die es neben dem erheblichen G8-Pensum geschafft haben, den Text zu lernen und das Stück einzuüben (Die G9-Schüler haben sich natürlichen mindestens ebenso engagiert).

Zwei Tage lang roch es im Schloss nach Knoblauch und Gewürzen und bei jedem Gang durch den Festsaal lief einem schon das Wasser im Mund zusammen. Auch das Bühnenbild war in jeder Hinsicht gelungen. Die weißen Kulissen und die grünen Küchenkräuter, Öle und anderen Utensilien wirkten professionell, sodass es fast selbstverständlich war, dass man das, was der Starkoch Kevin da während der Aufführung zusammenbraute, auch wirklich probieren konnte. Hier war dann auch der spannende Teil des Dramas, das erregende Moment: Was wird es als Nächstes geben? Dramaturgie und Bühnenbild trugen eindeutig die Handschrift von Stephanie Holly, die als Kursleiterin das Stück einstudiert hat. Insgesamt waren das für den Zuschauer äußerst amüsante und leckere 60 Minuten.

 

K.Martin


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