Theaterbesuch der 5. Klassen
- Bericht vom Theaterbesuch
- Kritik der Schüler
- Interview mit dem Regisseur Marcus Everding von Eva Rabenstein
„Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ von Michael Ende
Am 20. 01. besuchten alle vier fünften Klassen das Stück „Der satanarchäolügenialkohöl-lische Wunschpunsch“ nach dem gleichnamigen Roman von Michael Ende. Während das Landestheater Niederbayern in den letzten Jahren immer klassische Grimms oder Andersens Märchen inszenierte, setzte es dieses Jahr auf einen zeitgenössischen Autor. Michael Ende, gestorben 1995, ist den meisten Kindern bekannt als der Autor von „Momo“ oder „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Groß war deshalb die Vorfreude, als die Klassen sich nach drei Stunden Unterricht zu Fuß auf den Weg ins fürstbischöfliche Opernhaus in der Passauern Altstadt machten, um pünktlich zur 11 Uhr-Vorstellung zu kommen. Alle Klassen bekamen sehr gute Sitzplätze in den ersten Parkettreihen und im ersten Rang. Das war auch wichtig, denn wie sich bald herausstellte, war das Stück komplizierter, als man es von einem Kinderstück erwartet hätte. Und die Schauspieler sprachen zum Teil schnell und waren wegen der Tiermasken nicht sehr gut zu verstehen.
In dem Stück versuchen die beiden bösen Magier Prof. Dr. Irrwitzer (Reinhard Peer) und dessen Tante Tyrannja Vamperl (Paula-Maria Kirschner) die Welt durch einen selbstgebrauten Wunschpunsch, der alle guten Wünsche ins Gegenteil verkehrt, ins Chaos zu stürzen. Die beiden haben dabei allerdings mit zwei Problemen zu kämpfen: Zum einen verliert das höllische Gebräu mit dem ersten Glockenschlag an Sylvestermitternacht seine teuflische Wirksamkeit – und es ist höchste Eile geboten, denn der Sylvesterabend ist bereits angebrochen. Zum anderen sind da noch der gutgläubige Kater Maurizio di Mauro (Ines Schmiedt) und der „reißmatismusgeplagte“ Rabe Jakob Krakel (Josepha Sophia Sem), zwei unterschätzte Gegenspieler. Vögel und Katzen sind ja unter „normalen Umständen“ Feinde, aber als es darum geht, die Welt zu retten, raufen die beiden sich zusammen und werden dicke Freunde. Mit Unterstützung des Heiligen Sylvester (David Tobias Schneider) gelingt es ihnen letztendlich, auch den bösen Magiern das Handwerk zu legen, er schenkt ihnen nämlich einen gefrorenen Glockenton, mit welchem die Wirkung des Punsches aufgehoben wird. Für Irrwitzer und Tyrannja nimmt die Geschichte jedoch ein böses Ende, als der höllische Gerichtsvollzieher Maledictus Male (D. T. Schneider in einer Doppelrolle) die beiden, sturzbetrunken vom Wunschpunsch, abführt.
Die märchenhafte Inszenierung des Regisseurs Marcus Everding, in der Musik eine große Rolle spielte, begeisterte trotz allem unsere Schüler. Sie waren beeindruckt von den bunten Bildern, den überraschenden Effekten und den überzeugenden Schauspielerleistungen.
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Einige Schülermeinungen der Klasse 5 c :
„Ich war beeindruckt von dem alten, schönen Gebäude. Die Aufführung war sehr lustig und ich habe bemerkt, dass man auch mit wenigen Schauspielern ein tolles Theater aufführen kann. Man merkt, dass ein Live-Auftritt mehr begeistern kann als eine Verfilmung. An der Mimik, Gestik und Körperhaltung hat man viele Gefühle ablesen können.“ (Hanna Koller)
Gut fanden wir
- die Frisur von Tyrannja Vamperl
- dass der Zauberer Beelzebub sich minutenlang stillhalten konnte, ohne mit der Wimper zu zucken
- die Feuerfontänen bei der Zubereitung des Punsches
- dass Tyrannja Vamperl so souverän weitergespielt hat, obwohl sie sich am Zaubertrank verschluckt hat
- die Computer und der Schredder, die das Stück sehr modern gemacht haben
- die schönen Tiermasken und die Verkleidungen
- unsere tollen Plätze in den ersten drei Reihen
- mehrere lustige Sprüche
Weniger gut fanden wir
- dass das Stück an manchen Stellen etwas kompliziert ist
- dass Tyrannja Vamperl sich bei der Zeitreise nicht so gut stillhalten konnte wie der Zauberer
- dass andere Zuschauer so laut gepfiffen haben
- einige Gespräche, die sehr lang dauerten, z.B. als der Rabe und die Katze zusammen im Wald waren
- dass der Topf für den Wunschpunsch und die Glocke hinten offen waren
(Marie-Luise Täuber)
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Interview mit dem Regisseur Marcus Everding
Kinder als Publikum ernst nehmen
Michael Endes Schauspiel für Kinder „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ hat an diesem Sonntag im Passauer Theater Premiere. Regie führt Marcus Everding, seit 2008 künstlerischer Leiter der Carl-Orff-Festspiele in Andechs. Er hat bereits fünf Produktionen am Landestheater Niederbayern inszeniert, u. a. „Bunburry“ und „Rinaldo“. Die PNP sprach mit dem Regisseur.
Warum kommen Sie gerade für ein Kinderstück zurück ans Landestheater?
Marcus Everding: Ich habe eine große Affinität zu Kinderstücken, nicht nur, weil ich selbst Kinder habe. Man muss Kinder früh ans Theater ranführen. Es ist ein grober Fehler, nur Anfänger Kinderstücke machen zu lassen. Denn gerade da muss man das Handwerk beherrschen. Denn gerade Kinder verlangen sehr viel, sonst rächen sie sich als Publikum zu Recht. Man muss Kinder als Publikum ernst nehmen.
Michael Ende ist seit 15 Jahren tot; der Erfolg seiner Stücke ungebrochen. Warum?
Everding: Sie sind für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet. „Der Wunschpunsch“ handelt von Gut und Böse und vom Untergang der Welt. Das sind Bilder, die Kinder gut verstehen. Kinder haben die Unverstelltheit. Deshalb verstehen sie Michael Endes Themen − auch „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“ so gut.
Wie erzählen Sie das Schauspiel? Spielt Musik eine Rolle?
Everding: Märchenhaft und in bunten Bildern. Musik wird eine große Rolle spielen. Ich unterlege Sequenzen von z. B. Strawinskys „Sacre du printemps“, Choräle und auch Verdis „Requiem“.
Für welches Alter ist das Stück geeignet?
Everding: Ich denke, für Kinder ab acht Jahren, die Texten folgen können. Das Stück ist keine Kasperliade.
Edith Rabenstein, PNP
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