Auf jüdischen Spuren durch Passau

Freudenhain 39Eine eindrucksvolle Exkursion in die jüdische Geschichte Passaus unternahmen kürzlich die Schüler und Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe mit ihrer Evangelisch- und Katholischlehrerin Frau Hardinge und Frau Langbauer. Ziel des gemeinsamen Unterrichtsgangs unter der Führung von Frau Antje Spielberger war es, die vielfältigen Spuren jüdischen Lebens in der Dreiflüssestadt kennenzulernen und sich mit deren wechselvoller Geschichte auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stand zunächst das mittelalterliche Passau. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, welche bedeutende wirtschaftliche Rolle Juden in der Stadt spielten, welche Berufe und Tätigkeiten sie ausübten und wie es im Laufe der Zeit zur Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung kam.

Anhand konkreter Orte wurde deutlich, dass jüdisches Leben lange Zeit fester Bestandteil des städtischen Alltags war, zugleich aber immer wieder von Ausgrenzung und Verfolgung geprägt wurde. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zeit des Nationalsozialismus. Besonders bewegend war die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der jüdischen Geschäftsinhaberin Sophie Hartl, die von den Nationalsozialisten enteignet und schließlich deportiert wurde. Auch die Geschichte der sogenannten Displaced Persons, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren hatten oder verschleppt worden waren, wurde beleuchtet. Viele von ihnen fanden in Passau eine neue Bleibe und gründeten rund um den Bahnhof ein lebendiges kulturelles Zentrum. Abschließend beschäftigte sich die Gruppe mit dem Schicksal der Familie Bernheim und dem ehemaligen „Kaufhaus Merkur“. Beim Betrachten der Stolpersteine, die an die Familie Pick erinnern, wurde den Jugendlichen eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig das Erinnern an die Opfer von Verfolgung und Entrechtung bis heute ist.

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